Vorweg eine kleine Erklärung: Holz aus Flüssen nennt man Treibholz, das Holz aus Seen Schwemmholz

Das Treibholz aus dem Wallis unterscheidet sich in Struktur und Farbe von anderem Treibholz und Schwemmholz. Es ist wirklich aussergewöhlich, wie unterschiedlich das Holz aus den verschiedenen Seen und Flüssen in der Schweiz geprägt ist. Das Walliser Treibholz aus dem Rotten beispielsweise ist in meinen Augen dunkler und weniger ausgewaschen als Treibholz aus anderen Flüssen. Das Schwemmholz unterscheidet sich massiv vom Treibholz, denn dies ist viel heller, glatter, leichter und ausgewaschener als das Treibholz.

Schöne Stücke, die ich auch ausserhalb des Wallis finde, nehme ich natürlich auch sehr gern mit nach Hause. Primär verarbeite ich aber das Treibholz vom Wallis, meist vom Rotten. Es gibt jedoch nicht viele gut zugängliche Stellen am Rottenbord. Man muss beachten, dass die Saison, Holz zu sammeln sehr kurz ist: Im Frühjahr vor der Schneeschmelze in den Bergen (hier unten muss aber natürlich bereits schneefrei sein – dennoch kalte Angelegenheit 😉 ) und im Herbst, wenn der Wasserspiegel wieder sinkt. Die Gefahr und Macht des Wassers sollte aber nicht unbeaufsichtigt sein. Durch Öffnungen der Schleusen kann der Wasserpegel innert Sekunden steigen. Daher immer das Wasser im Auge behalten oder zu zweit gehen.

Das Holz wird zuerst direkt im Fluss mit einer Bürste grob gewaschen, das Bord hinaufgetragen, verladen und transportiert. Zu Hause muss dies mit Hochdruck vom Sand gewaschen werden. Stellen, die stark versandet sind werden noch mit einer Bürste gesäubert.

Das Treibholz wird dann getrocknet, bestenfalls nicht in der prallen Sonne, ansonsten sprengt es auf und wird brüchig. Dies kann Tage, Wochen oder Monate dauern, je nach dicke und Nässe des Holzes. Je schwerer und dichter das Holz ist, umso länger dauert der Trocknungsprozess. Helles, leichtes Holz lag länger im Wasser als dunkles, schweres Holz. Die hellen Stücke sind daher auch einfacher zu verarbeiten als die dunklen dichten Stücke.

Habe ich nun eine Idee, was ich machen will, suche ich das passende Stück aus. Nicht jedes Stück ist für jedes Vorhaben geeignet. Dies wird dann geschliffen, gebohrt, gesägt und allenfalls veredelt.

 

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